Lesezeit ca. 6 Minuten · psychoedukativer Ratgeber
Es klingt paradox: Schmerz als Mittel gegen Schmerz. Aber für viele Menschen, die sich selbst verletzen, ist genau das die Funktion. Nicht Aufmerksamkeit. Nicht Manipulation. Sondern ein Versuch, mit einem inneren Erleben umzugehen, für das es keine Worte und keine andere Ausweichmöglichkeit gibt.
Nicht-suizidales Selbstverletzen (NSSI) betrifft schätzungsweise 15–25% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen – oft in Kombination mit anderen psychischen Belastungen.
Selbstverletzung erfüllt eine Funktion – sonst würde sie nicht passieren. Häufige Funktionen:
Kein Suizidversuch – obwohl Suizidrisiko bei Menschen mit NSSI erhöht ist und ernst genommen werden muss. Kein Aufmerksamkeitssuchen – selbst wenn das die Außenperspektive ist. Kein Charakterfehler.
DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie): Von Marsha Linehan entwickelt, spezifisch für starke Emotionen und Selbstverletzung. Zeigt die stärksten Ergebnisse. Kern: Emotionsregulation lernen, Toleranz für Distress aufbauen, Alternativen zur Selbstverletzung entwickeln.
Skills statt Verletzung: Konkrete Alternativen für den Moment: Eiswürfel in der Hand halten, intensiver Sport, scharfe Gerüche, Gummibandschnappen – aktiviert ähnliche Sensationen ohne Verletzung.
Die Funktion ansprechen: Nicht "hör auf" als Ziel, sondern: Was brauchst du wirklich in diesem Moment? Das adressieren.
Selbstverletzung ist schambesetzt. Mindflip bietet einen anonymen, nicht-wertenden Raum. Die ersten Gespräche sind kostenlos. Wenn du gerade in einer Krise bist, ruf bitte sofort die Telefonseelsorge an.
Kostenlos startenSelbstverletzung braucht professionelle Unterstützung. DBT-Therapie kann helfen. Bitte wende dich an einen Arzt oder eine psychiatrische Notaufnahme wenn nötig.
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