Lesezeit ca. 6 Minuten · psychoedukativer Ratgeber
Du reagierst auf eine Kritik deines Chefs so, als hättest du als Kind etwas falsch gemacht. Du frierst ein, wenn jemand wütend wird — auch wenn du gar nicht gemeint bist. Du kannst bestimmte Situationen rationell einordnen, aber körperlich brichst du ein.
Das ist das Innere Kind: der Teil von uns, der frühe Erfahrungen und die damit verbundenen Überzeugungen gespeichert hat.
Das Konzept geht auf Carl Gustav Jung zurück und wurde von John Bradshaw und später der Schematherapie (Jeffrey Young) weiterentwickelt. Das Innere Kind ist kein mystisches Konzept — es beschreibt:
Das verletzte Kind: Hat erfahren, dass Emotionen gefährlich sind, nicht gesehen zu werden schmerzt, Liebe an Bedingungen knüpft. Ergebnis als Erwachsener: Nähe-Distanz-Konflikte, Menschen-Gefallsucht, Angst vor Verlust.
Das überfordertes Kind: Zu früh Verantwortung übernommen (z.B. für kranke Eltern). Ergebnis: Helfersyndrom, Schwierigkeiten, Hilfe anzunehmen.
In der Schematherapie: Identifikation von Lebensfallen (Schemata), Imagination und Reparenting. In der EMDR: Traumaverarbeitung von Kindheitserfahrungen. In der Gestalttherapie: Stuhlarbeit.
Auch selbstständig: Tagebuch an das Innere Kind, Briefe schreiben, bewusstes Innehalten wenn alte Reaktionen auftauchen.
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